Sternenkinder - Bedeutung und gesetzliche Regelungen

Per Definition werden als Sternenkinder im ursprünglichen Sinne die Kinder bezeichnet, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben. Im weiteren Sinne wird das Wort Sternenkind auch für solche Kinder verwendet, die mit mehr als 500 Gramm Geburtsgewicht sterben.

Heutzutage wird der Begriff Sternenkinder generell für verstorbene Kinder verwendet, die durch Krankheit, Unfall, Suizid oder Mord ums Leben gekommen sind und die verwaiste Eltern zurücklassen. Ähnliche Bezeichnungen für Sternenkind sind Schmetterlingskind oder Engelskind, diese sind jedoch weniger weit verbreitet, in ihrer Bedeutung allerdings gleich.

So hatten also die Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind und deren Gewicht unter 500 g lag, bis zum Jahr 2013 keine Personenstandsrechte und somit keine Existenz, sie wurden als Fehlgeburt im Klinikmüll entsorgt.

Erst eine Petition eines betroffenen Paares, der sich über 40.000 Menschen deutschlandweit anschlossen brachte die Wende und letztendlich den geänderten Beschluss im Bundestag. Der Deutsche Bundestag hat Anfang Februar 2013 einstimmig beschlossen, das Personenstandsrecht zu ändern. Der Bundesrat hat dieser Regelung Anfang März 2013 zugestimmt, so dass Eltern von tot geborenen Kindern – auch rückwirkend und unabhängig von ihrem Geburtsgewicht – diese standesamtlich in das Stammbuch der Familie eintragen lassen können, allerdings ohne Beurkundung. Eine Beurkundung wurde im Beschluss nicht umgesetzt. Es erfolgt keine Eintragung in das Personenstandtentralregister, denn rein rechtlich und medizinisch gesehen gelten still geborene Babys unter 500 g noch immer als "Fehlgeburt", im Stammbuch der Familie werden sie jedoch als "Kind" eingetragen. Diese Eintragung ist für die Hinterbliebenen jedoch ein klare sund ganz wichtiges Zeichen für die Würde des verstorbenen Kindes. Für die Bewältigung der Trauerarbeit, insbesondere die der Eltern, ist diese Neuregelung von großer Bedeutung.

Folgendes sollten Sie zur Eintragung wissen:


Die Bescheinigun können Sie formlos beantragen. Dazu benötigt man die Bescheinigung über die Geburt/ Fehlgeburt, den Mutterpass und den Personalausweis. Im Anschluss folgt die Eintragung in das Stammbuch der Familie. Die Bescheinigung des Standesamtes über die Existenz (beurkundete Bescheinigung nach Anlage 13 der Personenstandsverordnung (PStV)) enthält folgende Daten:

  • Name und Vorname des Kindes
  • Geburtsort
  • Geburtsdatum
  • Geschlecht des Kindes (falls bekannt, wenn nicht, wird es frei gelassen)
  • Name und Vorname der Eltern
  • wahlweise die Religionszugehörigkeit

Auch rückwirkend kann eine Eintragung erfolgen, selbst, wenn das Ereignis schon Jahre zurückliegt. Es besteht keine Verjährungsfrist. Wichtig sind die notwendigen Bescheinigungen.
Es besteht jedoch keine Pflicht zu Eintragungen, solange das Baby still unter 500 g geboren wurde.

Die Bestattung des Kindes ist unabhängig von diesem Formular in allen Bundesländern möglich, jedoch nur in bestimmten Bundesländern verpflichtend. Bitte lesen Sie hierzu unsere Rechtsinformationen bezüglich der Bestattungsgesetze für Sternenkinder. Diese sind in jedem Bundesland separat geregelt.

Wenn die Eltern von Stillgeborenen es wünschen, können diese in einem Einzel- oder in ein Familiengrab beigesetzt werden. Durch den Besuch und die Grabpflege kann das verstorbene Kind fest in das Leben der Familie integriert werden. Dieser Trauerort ist auch für die Trauerbewältigung ganz entscheidend. Für viele verwaiste Eltern ist es auch hilfreich eine Gedenkseite für das verstorbene Kind einzurichten.

Ein Abschied von seinem Kind ist für die Eltern sehr schmerzhaft. Eine Mutter baut bereits am Anfang einer Schwangerschaft eine intensive Bindung zu dem Kind auf. Wenn dieses Kind dann verstirbt, die Schwangerschaft plötzlich endet, schwinden alle Zukunftspläne, die Vorfreude und oft auch die Hoffnung. Versagensängste, Selbstzweifel, Selbstvorwürfe und tiefe Trauer machen sich häufig breit.
Psychologische Betreuung oder die Hilfe eines Trauerbegleiters können in dieser Zeit hilfreich sein. Viele Foren bieten für betroffene Eltern von Sternenkindern einen Austausch an.