Bestattungsgesetze - Regelungen und Pflichten

Die einzelnen Bundesländer haben eigene, sich ähnelnde Bestattungsgesetze erlassen. In diesen Gesetzen werden unter anderem das Friedhofsrecht festegelegt. Außerdem enthält es Regelungen über die Bestattung, Fristen zur Beförderung einer Leiche in die Leichenhalle, die verschiedenen Bestattungsarten (z.B. Erdbestattung, Einäscherung, Promession oder Resomation).

Desweiteren finden Sie Definitionen von Fehlgeburt und Todgeburt (je nach Bundesland reicht der Wunsch eines Elternteils, um auch Totgeburten unter 500 Gramm beziehungsweise unter 1.000 Gramm bestatten zu lassen). Lesen Sie dazu unseren Artikel über Sternenkinder.
Zudem sind auch die folgenden Punkte gesetzlich verankert, wie die Bestattungsfrist, die Erstellung eines Totenscheins und die Feststellung des Todes durch einen Arzt sowie die Durchführung einer Leichenschau (Obduktion) und der Mindestruhepflicht.

Da wie bereits eingangs erwähnt jedes Bundesland seine eigenen Bestattungsgesetze erlassen hat, finden Sie im Folgenden die entsprechenden Links zu jedem Bundland, damit Sie sich umfangreich informieren können.

Bestattungspflicht laut Bestattungsgesetzt

Die Bestattungspflicht laut Bestattungsgesetzt sieht vor, wer für die Beisetzung des Verstorbenen zuständig ist. Die Pflicht, einen Toten zu bestatten, ist einer Rangfolge festgelegt:

  • Ehepartner, Lebenspartner (in den meisten Bundesländern wird die Lebenspartnerschaft in diesem Fall der Ehe gleichgestellt)
  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • Großeltern
  • Enkelkinder


In der Reihenfolge werden nur volljährige Personen berücksichtigt. Die Pflicht zur Bestattung besteht unabhängig von der Stellung der Erben. Trifft die Bestattungspflicht auf mehrere Personen zu, beispielsweise auf mehrere Kinder, wird üblicherweise die älteste Person in die Pflicht genommen.
Falls keine Hinterbliebenen vorhanden sind oder die dieser Pflicht nicht nachkommen können, übernimmt die Gemeinde, in welcher der Tod eingetreten ist, die Bestattung. Die Gemeinde ist verpflichtet, die kostengünstigte Beisetzung zu wählen.

Wer trägt die Kosten einer Beisetzung?

Im BGB (§ 1968) wird geregelt, dass der Erbe die Kosten für die Bestattung des Erblassers zu tragen hat. Falls es sich bei dem Erben um eine Gemeinschaft handelt, so werden die Kosten von dieser getragen. Andere Regelungen ergeben sich, wenn der Erbe die Kosten nicht tragen kann und diese auch nicht aus dem Nachlass zu begleichen sind. In diesem Fall kann eine unterhaltspflichtige Person an diese Stelle treten. Die Kosten können, wenn keine finanziellen Mittel vorhanden sind, auf Antrag durch den Sozialhilfeträger übernommen werden.
Bei nicht verschuldeten Unfällen mit Todesfolge können die Bestattungskosten von dem Unfallverursacher zurückverlangt werden.

Bestattungsfirsten laut Bestattungsgesetzt

Die Bestattungsfrist besagt unter anderem, welcher Zeitraum zwischen dem Sterbefall und der Überführung des Toten in eine Leichenhalle eingehalten werden muss. Die Überführung darf nur in dafür vorgesehenen und ausschließlich für die Beförderung von Leichen verwendeten Fahrzeugen durchgeführt werden. Ausnahmen bilden Bergungen von Unfallstellen. Die Überführungsfrist darf in Brandenburg und Sachsen 24 h nicht überschreiten, in allen anderen Bundesländern beträgt diese Frist 36 h. Zum Freistaat Bayern können wir keine verbindliche Aussage treffen.
Die Beisetzung darf generell frühestens 48 h nach dem Feststellen des Todes durchgeführt werden. Die Fristen wann eine Beisetzung nach dem Todesfall spätestens erfolgen muss, sind von den einzelnen Bundesländern verschieden geregelt.

Gesetzliche Vorgaben zur Ruhestätte

Die Friedhofspflicht in Deutschland sieht vor, dass Verstorbene nur auf einem Friedhof oder auf einer genehmigten Bestattungsfläche (Ruheforst) beigesetzt werden dürfen. Die Ruhefrist ist der Zeitraum, in welcher eine Grabstelle nicht neu belegt werden darf.
Die Nutzungsdauer einer Grabstätte entspricht den Ruhefristen. Diese liegen üblicherweise zwischen 15 und 25 Jahren. Ausgrabungen und Umbettungen werden in dem Gesetzt ebenfalls geregelt. So ist eine Umbettung vor Ablauf der Ruhezeit nur nach behördlicher Genehmigung und innerhalb einer bestimmten Zeit des Jahres möglich. Eine Aufhebung einer Begräbnisstätte ist meist erst nach Ablauf der Ruhefristen möglich.